Das Wichtigste in Kürze
- Bei einem VR-Teamevent löst das ganze Team gleichzeitig eine Mission in derselben virtuellen Welt, Vorkenntnisse braucht niemand.
- Die Mission verlangt, was im Alltag oft fehlt: ein klares gemeinsames Ziel, Absprachen unter Zeitdruck und Rollen, die sich von selbst bilden.
- Studien zeigen, dass geteilte Erlebnisse intensiver wirken und strukturierte Nachbesprechungen die Leistung von Teams deutlich verbessern.
- Die Formate reichen vom zweistündigen Teamevent über halbtägiges Teambuilding mit Vorher-Nachher-Vergleich bis zum ganztägigen Teamtraining.
- Den größten Nutzen bringt das Event, wenn ihr danach gemeinsam reflektiert und ein bis zwei konkrete Vereinbarungen für den Arbeitsalltag trefft.
Ein VR-Teamevent ist ein Firmenevent, bei dem ein Team gemeinsam in eine virtuelle Welt geht und dort zusammen eine Mission löst. Es eignet sich für Teams, weil alle gleichzeitig spielen, niemand Vorkenntnisse braucht und die Aufgabe nur gelingt, wenn die Gruppe redet, Rollen verteilt und unter Zeitdruck entscheidet. Mit einer Reflexion danach wird aus dem Spiel Teambuilding, das bis in den Arbeitsalltag wirkt.
Eine Sache überrascht viele Gruppen: Unter dem Headset sieht niemand Jobtitel. Die Kollegin aus der Buchhaltung ist ein Avatar wie die Geschäftsführerin, und wer zuerst etwas bemerkt, gibt die Richtung vor. Hier lest ihr, was dabei im Team passiert, was die Forschung zu gemeinsamen Erlebnissen sagt, welche Formate es gibt und welche Einwände berechtigt sind. Wenn ihr noch ganz am Anfang steht und erst Ideen sammelt, hilft euch unser Überblick Teamevent-Ideen nach Ziel.
Was ist ein VR-Teamevent?
Ein VR-Teamevent ist ein gemeinsamer Termin, bei dem ein Team Virtual Reality nicht einzeln an Stationen ausprobiert, sondern zusammen in derselben virtuellen Welt unterwegs ist. In unseren Sandbox-VR-Stores heißt das: Bis zu sechs Personen spielen in einem Raum gleichzeitig. Jede Person trägt ein Headset, Tracker an Händen und Füßen und eine haptische Weste. Ihr bewegt euch kabellos und frei durch den Raum und seht eure Kolleginnen und Kollegen als Avatare, die sich eins zu eins mit ihnen bewegen.
Vom normalen Freizeitbesuch unterscheidet sich ein Teamevent durch den Rahmen. Es geht nicht nur ums Spielen, sondern auch darum, was das Team dabei über sich lernt. Das kann ein lockerer Programmpunkt mit kurzer Nachbesprechung sein oder ein ganzer Tag mit Trainerinnen und Trainern.
Was passiert im Team, wenn alle ein Headset tragen?
In einer kooperativen VR-Mission passiert im Kleinen, was im Arbeitsalltag oft untergeht: Das Team muss sich schnell und klar abstimmen. Typisch sind vier Dinge.
- Ein gemeinsames Ziel, das alle sofort verstehen. Die Mission ist klar, das Ergebnis sichtbar. Niemand muss erst Abteilungsinteressen ausbalancieren.
- Kommunikation unter Druck. Wer etwas sieht, muss es sagen, und zwar so, dass die anderen es verstehen. Der Gedanke „Das sieht doch jeder“ erweist sich schnell als falsch.
- Rollen, die sich von selbst bilden. Manche koordinieren, andere sichern ab, wieder andere probieren aus. Spannend ist, ob diese Rollen denen im Büro entsprechen oder ganz anders aussehen.
- Alle sind gleich neu. Für die meisten ist es die erste Mission dieser Art. Berufserfahrung hilft wenig, Zuhören dafür umso mehr.
Dazu kommt die Sache mit den Hierarchien. Im Büro wissen alle, wer wem berichtet. In der virtuellen Welt verlangt die Situation, dass die Person spricht, die gerade etwas Wichtiges bemerkt hat, egal welche Position sie hat. Das ersetzt keine Führungskultur. Es macht aber sichtbar, wie gut ein Team zuhört, wenn nicht die ranghöchste Person das Wort hat. Und weil alle gleichzeitig spielen, schaut niemand nur zu.
Was sagt die Forschung zu gemeinsamen Erlebnissen und Teamentwicklung?
Teamentwicklung ist gut erforscht, VR-Teamevents als eigenes Format dagegen kaum. Keine der folgenden Studien hat VR untersucht. Sie zeigen aber, warum die Bausteine eines solchen Events wirken können: ein geschützter Rahmen, ein geteiltes Erlebnis und eine gute Nachbesprechung.
Warum ist psychologische Sicherheit so wichtig?
Psychologische Sicherheit ist die geteilte Überzeugung in einem Team, dass man zwischenmenschliche Risiken eingehen kann: Fragen stellen, Fehler zugeben, widersprechen, ohne bloßgestellt zu werden. Die Harvard-Forscherin Amy Edmondson hat das Konzept 1999 in einer Studie mit gut 50 Teams eines Produktionsunternehmens untersucht. Teams mit höherer psychologischer Sicherheit zeigten mehr Lernverhalten, also mehr Nachfragen, Feedback und Ausprobieren. Google kam in seinem Projekt Aristotle mit 180 eigenen Teams zu einem ähnlichen Ergebnis: Von fünf Faktoren, die effektive Teams auszeichneten, war psychologische Sicherheit der wichtigste.
Ein Teamevent erzeugt psychologische Sicherheit nicht auf Knopfdruck. Es schafft aber eine Situation mit niedrigem Einsatz, in der Fehler eher lustig als peinlich sind und in der man üben kann, offen zu sagen, was man sieht.
Verbinden gemeinsame Erlebnisse wirklich?
Gemeinsam Erlebtes fühlt sich intensiver an. In Experimenten an der Yale University bewerteten Teilnehmerinnen dieselbe Schokolade als angenehmer, wenn eine andere Person gleichzeitig probierte, obwohl die beiden nicht miteinander sprachen (Boothby, Clark und Bargh, 2014). Eine australische Forschungsgruppe um Brock Bastian fand im selben Jahr, dass zufällig zusammengestellte Gruppen, die gemeinsam unangenehme Aufgaben durchstanden, etwa die Hände in Eiswasser, sich stärker verbunden fühlten und danach mehr kooperierten.
Ein VR-Erlebnis ist nicht schmerzhaft, wohl aber spannend und fordernd. Ob sich die Befunde direkt übertragen lassen, ist nicht untersucht. Plausibel ist, dass eine gemeinsam bestandene Herausforderung mehr verbindet als ein Abend am Stehtisch.
Was bringt Teambuilding, und welche Rolle spielt die Nachbesprechung?
Teambuilding wirkt, aber nicht magisch. Eine Meta-Analyse von Cameron Klein und Kollegen (2009) fand einen moderaten positiven Effekt auf Teamergebnisse, am deutlichsten bei Einstellungen und Gefühlen im Team und bei Teamprozessen wie der Abstimmung untereinander. Einen großen Hebel hat das, was nach der Aktivität kommt: Laut einer Meta-Analyse von Scott Tannenbaum und Christopher Cerasoli (2013) über 46 Stichproben verbesserten strukturierte Nachbesprechungen die Leistung im Schnitt um etwa 25 Prozent gegenüber Vergleichsgruppen. Für ein VR-Teamevent heißt das: Das Spiel liefert das Material, die Reflexion macht daraus Teamentwicklung.
Welche Formate gibt es, von zwei Stunden bis ganztägig?
Ein VR-Teamevent kann ein kurzer Programmpunkt sein oder ein ganzer Trainingstag. Teambuilding-Events lassen sich bei NXTL für 4 bis 30 Personen und 2 bis 6 Stunden planen, auf Wunsch mit Workshopraum, Coaching, Reflexion und Catering. Die VR-Teambuilding-Seminare von Next Level gibt es in drei festen Formaten:
| Format | Dauer | Gruppengröße | Inhalt |
|---|---|---|---|
| VR-Teamevent | 2 Stunden | 4 bis 36 Personen | Begrüßung, Teammission, Teamreflexion |
| VR-Teambuilding | halbtägig | nach Absprache | zwei Sandbox-VR-Erlebnisse im Vorher-Nachher-Vergleich, dazwischen Reflexion |
| VR-Teamtraining | ganztägig | 4 bis 12 Personen | Training mit zertifizierten Trainerinnen und Trainern |
Das halbtägige Format eignet sich für Teams, die an einer konkreten Frage arbeiten wollen. Nach der ersten Mission bespricht die Gruppe, was gut lief und was nicht, und legt fest, was sie anders machen will. Die zweite Mission zeigt dann, ob es klappt. Diesen Vorher-Nachher-Vergleich erlebt ihr nicht auf einer Folie, sondern am eigenen Körper.
Besonders gut passen solche Formate zu neuen Teams, Projektstarts, Umstrukturierungen und Teams, in denen es gerade hakt. Rahmen und Möglichkeiten findet ihr auf unserer Seite zum Teambuilding mit Sandbox VR, die Seminarformate auf nextlevel-erlebnisse.de/seminare.
Wie läuft ein VR-Teamevent ab?
Ein VR-Teamevent folgt fast immer demselben Ablauf, egal wie lang das Format ist.
- Ankommen und Einweisung: Ein Game Guide erklärt die Ausrüstung und ist die ganze Session dabei. Vorkenntnisse braucht niemand.
- Gruppen bilden: Pro Raum spielen bis zu sechs Personen gleichzeitig. Größere Teams spielen nacheinander oder in mehreren Räumen. Mischt die Gruppen bewusst quer durch Abteilungen, dann lernt ihr am meisten übereinander.
- Die Mission: 30 bis 45 Minuten im Erlebnis, mit Headset, Trackern und haptischer Weste.
- Highlight-Video: Direkt nach dem Spiel bekommt jede Gruppe ihr Video zum Mitnehmen und Teilen. Es ist ein guter Einstieg in die Nachbesprechung, weil alle sehen, was gerade passiert ist.
- Reflexion: Je nach Format kurz und locker oder angeleitet, mit Transfer in den Arbeitsalltag.
Welche Welt ihr wählt, hängt vom Team ab. Wer Gruselspaß mag, landet bei Zombies im Western-Setting, wer lieber Abenteuer will, landet zum Beispiel bei Piraten oder Dinosauriern. Die Übersicht der Erlebnisse zeigt bei jeder Welt auch das Mindestalter.
Wie wird aus dem Spiel ein Lerneffekt für den Alltag?
Transfer bedeutet, dass ein Team Erkenntnisse aus einer Übung bewusst auf die eigene Arbeit überträgt. Ohne diesen Schritt bleibt vom Event vor allem ein gutes Gefühl, was schon viel ist, aber weniger, als möglich wäre. Diese Fragen helfen in der Nachbesprechung:
- Wer hat welche Rolle übernommen, und war das abgesprochen oder ist es einfach passiert?
- Wann haben wir aneinander vorbeigeredet, und woran lag es?
- Hat jemand etwas bemerkt und nichts gesagt? Was hat ihn oder sie davon abgehalten?
- Was hat uns geholfen, schnell zu entscheiden?
- Welche dieser Situationen kennen wir aus Projekten oder Meetings?
- Was probieren wir ab der nächsten Woche konkret anders?
Drei Tipps für die Moderation: Die Führungskraft spricht zuletzt, damit sie die Antworten nicht vorprägt. Haltet höchstens zwei Vereinbarungen fest, mehr bleibt selten hängen. Und schaut nach ein paar Wochen in einem Meeting kurz darauf, ob sie im Alltag angekommen sind.
Welche Einwände hören wir oft, und was ist dran?
„Ich bin kein Technik-Mensch.“
Müsst ihr auch nicht sein. Gesteuert wird mit dem eigenen Körper: Ihr geht, greift und zeigt wie im echten Leben. Der Game Guide erklärt alles vorher und bleibt die ganze Zeit dabei.
„Wird mir in VR nicht schlecht?“
Manche Menschen reagieren auf VR mit Unwohlsein, das ist ehrlich gesagt nicht auszuschließen. Ein häufiger Auslöser ist aber künstliche Fortbewegung per Controller, während der Körper stillsteht. Beim Free-Roam geht ihr selbst durch den Raum, das passt besser zu dem, was der Gleichgewichtssinn meldet. Was die Ursachen sind und was hilft, erklären wir im Artikel VR-Übelkeit: Ursachen und was hilft.
„Ist das nicht eher was für Jüngere?“
Nein. In der Mission zählen Absprache, Aufmerksamkeit und Ruhe, nicht Reaktionszeit am Gamepad. Die meisten Welten sind ab 8 Jahren geeignet, einzelne ab 12 oder 16, und gemischte Teams aus mehreren Generationen spielen gemeinsam in derselben Mission. Wer gesundheitliche Bedenken hat, etwa wegen einer Vorerkrankung, klärt das vorher ärztlich und beachtet die Hinweise vor Ort.
„Wir sind viel mehr als sechs Leute.“
Dann spielen mehrere Gruppen nacheinander oder parallel in mehreren Räumen. Bei Events sind je nach Standort deutlich größere Gruppen möglich. Welcher Store in eurer Nähe liegt, seht ihr in der Übersicht unserer Standorte.
Kurz gesagt: Für wen lohnt sich ein VR-Teamevent?
Ein VR-Teamevent lohnt sich für Teams, die gemeinsam etwas erleben wollen, bei dem niemand zuschaut und niemand einen Vorsprung hat. Die Mission bringt ans Licht, wie ihr kommuniziert, wer welche Rolle übernimmt und wie gut ihr einander zuhört. Die Forschung spricht dafür, dass geteilte Erlebnisse verbinden und strukturierte Nachbesprechungen Teams besser machen. Plant deshalb die Reflexion von Anfang an mit ein, ob als kurze Runde nach zwei Stunden oder als Vorher-Nachher-Vergleich am halben Tag. Dann nehmt ihr mehr mit nach Hause als ein Highlight-Video.
Häufige Fragen
Brauchen wir für ein VR-Teamevent Erfahrung mit Videospielen?
Nein. Ein Game Guide erklärt die Ausrüstung vor dem Start und begleitet die ganze Session. Gesteuert wird mit dem eigenen Körper: Ihr geht, greift und zeigt wie im echten Leben, statt Knöpfe zu lernen.
Wie viele Personen können an einem VR-Teamevent teilnehmen?
In einem Raum spielen bis zu sechs Personen gleichzeitig. Größere Teams spielen nacheinander oder in mehreren Räumen. Teambuilding-Events lassen sich bei NXTL für 4 bis 30 Personen planen, bei Events sind je nach Standort auch größere Gruppen möglich.
Was ist der Unterschied zwischen VR-Teamevent und VR-Teambuilding?
Ein VR-Teamevent ist vor allem ein gemeinsames Erlebnis mit kurzer Reflexion. Beim VR-Teambuilding steht ein Ziel für das Team im Mittelpunkt: Zwischen zwei Missionen bespricht die Gruppe, was sie verbessern will, und überprüft das in der zweiten Runde.
Ist ein VR-Teamevent auch für ältere Kolleginnen und Kollegen geeignet?
Ja, denn es zählen Absprache und Aufmerksamkeit, nicht Reaktionszeit am Controller. Man bewegt sich in normalem Gehtempo durch den Raum. Wer gesundheitliche Bedenken hat, etwa wegen einer Vorerkrankung, klärt das vorher ärztlich und beachtet die Hinweise vor Ort.
Was nimmt das Team von einem VR-Teamevent mit?
Direkt nach dem Spiel bekommt jede Gruppe ihr Highlight-Video zum Mitnehmen und Teilen. Wichtiger ist, was ihr in der Reflexion daraus macht: ein bis zwei konkrete Vereinbarungen, die ihr ein paar Wochen später gemeinsam überprüft.
Quellen
- Amy C. Edmondson – Psychological Safety and Learning Behavior in Work Teams, Administrative Science Quarterly (1999)
- Google re:Work – Guide: Understand team effectiveness (Project Aristotle) (o. J.)
- Erica J. Boothby, Margaret S. Clark, John A. Bargh – Shared Experiences Are Amplified, Psychological Science (2014), Pressemitteilung der Association for Psychological Science
- Brock Bastian, Jolanda Jetten, Laura J. Ferris – Pain as Social Glue: Shared Pain Increases Cooperation, Psychological Science (2014), Meldung der UNSW Sydney
- Cameron Klein u. a. – Does Team Building Work?, Small Group Research (2009)
- Scott I. Tannenbaum, Christopher P. Cerasoli – Do Team and Individual Debriefs Enhance Performance? A Meta-Analysis, Human Factors (2013)
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